Christina Hayne, dermatologist

Hyperpigmentierung nach Akne

     

 

 

Interview mit Christina Maria Hayn

Hyperpigmentierung nach Akne:

Was sie ist, wie sie entsteht und wie du sie loswirst

 

Über Christina Maria Hayn

Christina studierte bis 2017 Medizin in Deutschland. Anschließend arbeitete sie in der Hautklinik der Universität Magdeburg als Assistenzärztin mit dem Schwerpunkt Hautkrebs. Seit 2020 arbeitet sie in einer dermatologischen Praxis. Die Behandlung von häufigen Hauterkrankungen wie Akne ist seither ihr tägliches Geschäft und ihre Leidenschaft.

 

Sencyr: Hi Christina, wir erhalten häufig die Frage, wie man mit Hyperpigmentierung als Folge von Akne umgehen kann. Was genau ist Hyperpigmentierung und in welchen Fällen kann sie auftreten?

Christina: Hyperpigmentierung ist ein medizinischer Begriff, der dunkle Hautflecken bezeichnet, die durch eine erhöhte Melaninproduktion entstehen. Dies kann viele Ursachen haben, von Akneläsionen über Sonnenschäden bis hin zu Hormonschwankungen. Hyperpigmentierung bei Aknepatienten tritt als Reaktion auf Entzündungen oder Verletzungen der obersten Hautschicht auf und wird als postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) bezeichnet. Wenn die Flecken stärker gerötet sind, kann es sich auch um ein postinflammatorisches Erythem (PIE) handeln, das auf die Erweiterung oder das Wachstum kleiner Kapillaren zurückzuführen ist.

 

Sencyr: Wenn ich also rote oder braune Flecken auf meiner Haut bemerke, kann ich davon ausgehen, dass ich es mit Hyperpigmentierung zu tun habe?

Christina: Wahrscheinlich ja, aber vielleicht ist Akne nicht die Ursache.

 

Sencyr: Neben Akne kann die Hyperpigmentierung also auch durch andere Faktoren verursacht werden?

Christina: Ja, genau. Neben Akne gibt es zahlreiche Erkrankungen, die zu Hyperpigmentierung führen können, aber unterschiedliche Ursachen haben. Eine weitere sehr häufige Erkrankung ist Melasma, die hauptsächlich hormonelle und genetische Ursachen hat. Hyperpigmentierung kann auch durch Reizungen, Medikamente, Pilze und vieles mehr entstehen. Sonneneinstrahlung verschlimmert die meisten Arten. Um eine gezielte Behandlung zu erhalten, ist es wichtig, die Ursache zu kennen.

 

Sencyr: Was ist mit Aknenarben? Gibt es einen spezifischen Unterschied zwischen Aknenarben und aknebedingter Hyperpigmentierung?

Christina: Aknenarben sind ebenfalls das Ergebnis einer Entzündung von Akneläsionen, treten aber hauptsächlich bei Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Akne auf. Die Haut versucht, den Gewebedefekt zu reparieren, indem sie neues Kollagen bildet. Ein Zuviel oder Zuwenig an Reparaturgewebe kann zu Erhebungen oder Dellen in der Haut führen. Dies ist ein Unterschied zu PIE und PIH. Im Endzustand sind Narben in der Regel heller als ihre Umgebung (Depigmentierung), können aber auch hyperpigmentiert sein, insbesondere bei Menschen mit einem dunkleren Hautton. Aknenarben sind noch schwieriger zu behandeln als PIH und PIE, daher ist es am besten, sie durch eine frühzeitige Aknebehandlung zu verhindern.

 

Sencyr: Kann sich die Hyperpigmentierung auf die gesamte Haut ausbreiten, wenn ich sie nicht richtig behandle?

Christina: Nicht, wenn Akne die Ursache ist. Die Hyperpigmentierung tritt nur an den betroffenen Stellen auf.

 

Sencyr: Gibt es Behandlungen zur Entfernung von Hyperpigmentierungen?

Christina: Ja. Aber lassen Sie mich zunächst sagen, dass täglicher Sonnenschutz das Wichtigste ist, wenn man mit Hyperpigmentierung zu tun hat. Versuchen Sie auch, nicht an Ihrer Akne herumzuzupfen, und vermeiden Sie Reizungen, zum Beispiel durch ein hartes Peeling. Dies kann sowohl zu Narbenbildung als auch zu Hyperpigmentierung führen. Hyperpigmentierung kann von selbst abklingen, aber das dauert oft Monate bis Jahre. Behandlungen in der Praxis, vor allem Lasertherapie, sind am wirksamsten. Es ist aber auch möglich, die Behandlung zu Hause durchzuführen.

 

Sencyr: Gibt es eine Antipigmentierungscreme, die ich verwenden kann?

Christina: Ja, aber Geduld und Konsequenz sind der Schlüssel, da es oft Wochen bis Monate dauert, bis man einen Erfolg sieht. Zu den Inhaltsstoffen, die Sie in Ihre Hautpflegeroutine einbauen können, gehören beispielsweise Retinoide, Vitamin C, Azelainsäure und Niacinamid sowie verschreibungspflichtiges Hydrochinon. Am besten wählen Sie ein oder zwei Inhaltsstoffe aus oder wechseln sich ab, um Irritationen zu vermeiden. Ich persönlich verwende morgens nach der Reinigung ein Vitamin-C-Serum und abends eine Retinol-Creme.

Wenn Sie mit Hyperpigmentierung zu kämpfen haben, sollten Sie wissen, dass Sie nicht allein sind, und Sie können sich jederzeit an Ihren Hautarzt wenden!

 

 

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